Bernoulli, Daniel (1700-1782), Schweizer Wissenschaftler niederländischer Herkunft, der die Grundprinzipien der Hydrodynamik aufdeckte.
Er war der Sohn von Johann Bernoulli und der Neffe von Jakob Bernoulli, die beide wichtige Beiträge zur frühen Entwicklung der Infinitesimalrechnung geliefert hatten.
Bernoulli wurde in Groningen (Niederlande) geboren und zeigte schon frühzeitig Interesse an der Mathematik. Er erwarb zwar im Jahre 1721 einen medizinischen Titel, wurde aber 1725 Professor für Mathematik an der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Später lehrte Bernoulli experimentelle Physik, Anatomie und Botanik an den Universitäten von Groningen (Niederlande) und Basel (Schweiz).
Bernoulli setzte sich dafür ein, daß sich in Europa die neue Physik des englischen Wissenschaftlers Sir Isaac Newton durchsetzte. Er studierte die Strömung von Flüssigkeiten und formulierte das Prinzip, daß der Druck, der von einer Flüssigkeit ausgeübt wird, umgekehrt proportional zu ihrer Strömungsgeschwindigkeit ist (Bernoulli-Prinzip).
Bei dem Versuch, die erste kinetische Gastheorie zu entwickeln, stützte sich Bernoulli auf atomistische Auffassungen; er erklärte das Verhalten von Gasen unter Bedingungen von veränderlichem Druck und veränderlicher Temperatur mit Wahrscheinlichkeitsbegriffen. Seine Arbeit fand allerdings zur damaligen Zeit keinen großen Anklang. Bernoulli starb am 17. März 1782 in Basel.