Fermi, Enrico (1901-1954), italienischer Physiker und Nobelpreisträger, der durch die erste kontrollierte Kernreaktion bekannt geworden ist.
Fermi wurde in Rom geboren und studierte an der Universität von Pisa und einigen führenden Zentren der theoretischen Physik in Europa. Im Jahre 1926 wurde Fermi Professor für theoretische Physik an der Universität Rom und entwickelte dort eine neue Art von Statistik, mit der man das Verhalten von Elektronen erklären konnte.
Er entwickelte auch eine Theorie des Betazerfalls und forschte ab 1934 an der Erzeugung künstlicher Radioaktivität, indem er Elemente mit Neutronen beschoß (siehe Kernchemie). Für letztere Arbeit wurde Fermi 1938 der Nobelpreis für Physik verliehen.
Um sich nicht der politischen Willkür im faschistischen Italien auszusetzen (Fermis Ehefrau war Jüdin), emigrierten Fermi und seine Familie in die USA, wo er Professor für Physik an der Columbia University wurde. Zu dieser Zeit war sich Fermi schon sehr genau der Bedeutung seiner experimentellen Arbeit zur Erzeugung von Kernenergie bewußt. Er zündete im Dezember 1942 an der University of Chicago die erste kontrollierte Kernspaltungskettenreaktion und arbeitete bis zum Ende des 2. Weltkrieges in Los Alamos (New Mexico, USA) an der Atombombe mit. Später widersetzte er sich der Entwicklung der Wasserstoffbombe.
Nach dem Krieg (1946) wurde Fermi Professor für Physik und Direktor des neueröffneten Institute of Nuclear Studies an der University of Chicago. Wie schon in Rom, so kamen auch jetzt Studierende aus aller Welt, um bei ihm zu lernen. Seine Karriere wurde durch den plötzlichen Krebstod am 28. November 1954 in Chicago vorzeitig beendet. Der zu seinem Gedächtnis eingerichtete Enrico-Fermi-Preis wird jährlich an eine Person verliehen, die sich besonders um die Entwicklung, Nutzung oder Kontrolle der Kernenergie verdient gemacht hat.