Otto Hahn

[photo] Hahn, Otto (1879-1968), Chemiker und Nobelpreisträger, dessen bedeutendste Beiträge auf dem Gebiet der Radioaktivität lagen.
Hahn wurde in Frankfurt am Main geboren und studierte an den Universitäten von Marburg und München. 1912 wurde er Mitarbeiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin-Dahlem; von 1928 bis 1945 war er dessen Direktor.
Hahn beschäftigte sich bereits ab 1904 mit der Untersuchung radioaktiver Stoffe. 1917 entdeckte er mit der österreichischen Physikerin Lise Meitner das Element Protactinium. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Meitner und dem Chemiker Fritz Strassmann setzte Hahn die Forschungsarbeiten fort, die der italienische Physiker Enrico Fermi durch den Beschuß von Uran mit Neutronen begonnen hatte.
Bis 1939 glaubten die Wissenschaftler, dass die Elemente mit Ordnungszahlen größer als 92 (die sogenannten Transurane) entstehen, wenn man Uranatome mit Neutronen bombardiert. Als sie 1938 in einer mit Neutronen bestrahlten Uranprobe nach Transuranen suchten, fanden Hahn und Strassmann Spuren des Elementes Barium. Diese 1939 bekanntgegebene Entdeckung war der unwiderlegbare Beweis (der durch Berechnungen der bei der Reaktion beteiligten Energien bestätigt wurde), dass das Uran in kleinere, aus leichteren Elementen bestehende Bruchstücke gespalten worden war.
Für seine Arbeiten zur Kernspaltung wurde Hahn 1944 der Nobelpreis für Chemie verliehen. Von 1948 bis 1960 war er Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Nach dem 2. Weltkrieg trat Hahn entschieden gegen den Mißbrauch der Kernenergie auf. So war er einer der Initiatoren der Mainauer Erklärung, in der mehrere Nobelpreisträger von 1955 auf die Gefahren der Atomenergie aufmerksam machten, und des Göttinger Appells, mit dem sich 1957 westdeutsche Atomwissenschaftler gegen die atomare Aufrüstung wandten.
1970 schlugen amerikanische Forscher vor, das neu synthetisierte Element Nummer 105 ihm zu Ehren Hahnium zu nennen.

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