Henry, Joseph (1797-1878), amerikanischer Physiker, dessen wichtigste Arbeit sich mit dem Elektromagnetismus beschäftigt.
Er wurde in Albany (New York) geboren und an der Albany-Akademie ausgebildet. Im Jahr 1826 wurde er zum Professor für Mathematik und Naturphilosophie der Albany Academy berufen und im Jahr 1832 zum Professor für Naturphilosophie an der Universität Princeton.
Als führender amerikanischer Physiker entdeckte er die Prinzipien der elektromagnetischen Induktion, ehe der britische Physiker Michael Faraday seine Entdeckung des elektromagnetisch erzeugten Stromes verkündete. Faraday veröffentlichte seine Entdeckungen jedoch zuerst, so dass er als Entdecker gilt. Das Phänomen der Selbstinduktion, das Henry im Jahr 1832 nachwies, gilt jedoch als seine Entdeckung. Die Einheit der Induktivität trägt daher auch ihm zu Ehren die Bezeichnung Henry (Einheitenzeichen H).
Henry experimentierte mit Elektromagneten und verbesserte sie. Die Elektromagneten waren bereits im Jahr 1823 von Briton William Sturgeon entdeckt worden. Bis 1829 hatte Henry Elektromagneten mit großer Kraft und Wirksamkeit entwickelt, welche im Prinzip bereits jener Form entsprachen, die später in Dynamos und Motoren verwendet wurden. Ferner entwickelte er Elektromagneten, die in der Lage waren, Eisen zu magnetisieren, obwohl sie von der Stromquelle entfernt waren.
Im Jahr 1831 gelang es ihm, den ersten praktisch verwendbaren elektromagnetischen Telegraphen zu entwickeln. Henry erfand und erbaute auch einen der ersten Elektromotoren. Im Jahr 1842 entdeckte er die Schwingungen bei elektrischen Entladungen.
Im Jahr 1846 wurde Henry zum Sekretär und Direktor des neugegründeten Smithsonian Instituts gewählt. In diesen Positionen war er bis zu seinem Tod tätig. Unter seiner Direktion entfaltete das Institut Aktivitäten in vielen wissenschaftlichen Bereichen. Er organisierte meteorologische Studien am Smithsonian Institut und verwendete als erster den Telegraphen, um Wetterberichte zu übermitteln. Er hielt die täglichen atmosphärischen Bedingungen in einer Karte fest und wagte aufgrund der meteorologischen Daten Wettervorhersagen. Die meteorologische Arbeit am Smithsonian Institut führte zum Aufbau des amerikanischen Wetteramtes. Henry war der Gründer der American Association for the Advancement of Science (Amerikanische Vereinigung zur Förderung der Wissenschaften) und Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften (1868-1878).